Gesundheitsposten in Chumchet
PHASE Austria unterstützt in Chumchet in Nordgorkha einen Gesundheitsposten. Zwei ANMs (Auxiliary Nurse Midwives – Hebammen mit zusätzlicher Gesundheitspflegeausbildung) bieten dort der Bevölkerung Zugang zu primärer Gesundheitsversorgung.
Voraussetzungen
Chumchet ist neben den Projekten in Humla die entlegenste Gegend, in der PHASE arbeitet: Es liegt mindestens dreieinhalb Tage Fußmarsch von der nächsten Straße entfernt (wenn man sehr fit ist), und die Straße ist einen vollen Reisetag von Kathmandu entfernt. Das Dorf Chumchet ist so entlegen, dass es vor dem Beginn unserer Arbeit nie irgendeine Form regelmäßiger medizinischer Versorgung hatte, und sogar die Schulen sind nicht in Betrieb, weil die LehrerInnen es dort nicht schaffen.
Durchführung und Ergebnis
PHASE betreibt seit Jänner 2007 in Chumchet einen Gesundheitsposten. Es dauerte mehr als ein Jahr, bis unsere Mitarbeiterinnen das Vertrauen der Bevölkerung genügend aufgebaut hatten, um in die Häuser eingeladen zu werden, und weitere zwei Jahre, bis pränatale Versorgung und Geburtshilfe angenommen wurden und darum gebeten wurde. – Gerade in den letzten Monaten haben die Frauen begonnen, durchwegs unsere medizinischen Mitarbeiterinnen Ekata und Mira zu rufen, wenn sie in die Wehen kommen, und die PatientInnenzahlen des Gesundheitspostens sind dramatisch gestiegen:
Im Jahr 2007/2008 haben die medizinischen Mitarbeiterinnen in Chumchet nur 844 Patientinnen behandelt, 39 Paaren Geburtenplanung ermöglicht, und keine einzige Geburt begleitet (in diesem Jahr war der Gesundheitsposten auch zwei Monate lang wegen Personalmangels geschlossen).
2008/2009 kamen insgesamt 3.567 zum PHASE Gesundheitszentrum, darunter mehr als 150 wegen Geburtenplanung, und die PHASE Mitarbeiterinnen betreuten 15 Hausgeburten.
Sekundarschule in Hagam
PHASE Austria unterstützt in Yanglakot im VDC Hagam, Bezirk Sindhupalchowk, den Bau einer erdbebensicheren Sekundarschule.

Ansicht von Yanglakot
Voraussetzungen
Bisher wurde in Yanglakot, dem größten Ort des VDC Hagam, nur bis zur 8. Klasse unterrichtet. Ein Schulabschluss, das “School Leaving Certificate”, kann in Nepal erst nach der 10. Klasse erreicht werden, dieser ist Voraussetzung für jede weitere Ausbildung. Die nächste volle Sekundarschule liegt im Tal in Jalbire – zwei bis drei Stunden Fußweg über eine steile Steintreppe in jeder Richtung. Nur diejenigen Kinder, die in Jalbire Verwandte hatten, wo sie während der Woche wohnen konnten, oder deren Eltern das Internat bezahlen konnten, hatten die Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erreichen. So ist auch bis jetzt nur ein einziger der 10 LehrerInnen in Hagam aus dem Ort.
Die bisherige Schule war zu klein für den Ausbau auf 10 Klassen, und außerdem in einem Gebiet, in dem die Erde regelmäßig bebt, nicht erdbebensicher. Auch sonst war ihr baulicher Zustand eher unbefriedigend.
In Absprache mit der Schulbezirksbehörde und der lokalen Bevölkerung entschloss sich PHASE Austria, den Bau eines neuen Schulgebäudes für die Shree Jal Devi Secondary School mit zu finanzieren. Nach der Finanzierungszusage von PHASE Austria sagte auch die Bezirksschulbehörde die Kofinanzierung von zwei Blöcken zu.
Durchführung
Voraussetzung für das Projekt war die Kooperation und Beteiligung der Dorfbevölkerung. Der Grund für die neue Schule – etwas oberhalb des Dorfes – wurde von der Gemeinde angekauft, und die Steine wurden von der Bevölkerung in Eigenarbeit lokal gebrochen. Viele der Arbeiten, wie das planieren und vorbereiten des Geländes, wurden ebenfalls vom Dorf organisiert. Für die Planung und Bauaufsicht zeichnete PHASE Nepal verantwortlich.
Im Mai 2007 begann der Bau des ersten von vier Gebäudeblöcken.
Im Mai 2009 standen bereits drei der geplanten vier Blöcke, die ersten SchülerInnen der Shree Jal Devi School konnten ihr “School Leaving Exam” ablegen, und die SchülerInnen der höheren Klassen nutzen bereits die neuen Räumlichkeiten. Vom Schuljahr 2010/11 an – die Schuljahre beginnen in Nepal im Mai – werden alle Klassen der Schule in den neuen Gebäuden geführt. Selbstverständlich werden auch Toiletten und eine Wasserleitung zur Ausstattung der Schule gehören.
Ergebnis
Durch den Einsatz von PHASE Austria wurde die Schule seit 2007/08 als volle Sekundarschule geführt, und die SchülerInnen aus Hagam konnten die 9. und 10. Klasse in ihrem Heimatdorf besuchen. 13 SchülerInnen (5 Mädchen) legten im April ihre “School Leaving Exams” ab (im nepalesischen Durchschnitt bestehen ca. 50% der KandidatInnen). 7 von ihnen bestanden beim ersten Versuch, 3 weitere beim zweiten Antreten.
Die SchülerInnenzahlen der Sekundarschule sind insgesamt seit dem Einsatz von PHASE gestiegen. Der zweite Jahrgang, der in Hagam die Schule abschließen konnte, bestand aus 16 SchülerInnen – alle legten im März/April 2010 ihre School Leaving Exams ab.






